hafenstraße

Die Hafenstraße: für die einen Hauptschlagader und urbanes Feeling pur, für die anderen eher ein schwieriges Pflaster im Bremerhavener Stadtteil Lehe. Einst Prachtboulevard umsäumt von Gründerzeitbauten, wird sie heute manchmal auch „Trasse der Tristesse“ genannt. Zu unrecht, wie immer mehr Bremerhavener und auch viele Zugezogene meinen.

Denn in der Hafenstraße tobt das Leben. Neben dem Pressehaus der Nordsee-Zeitung findet man Schaufenster voller Elektrogeräte, orientalischer Mode, Gebrauchtmöbel oder Köstlichkeiten aus Fernost. Auch Bankfilialen, Brillenfachgeschäfte, Gemüseläden und ein kleiner Buchladen haben sich hier niedergelassen. Dazwischen das alteingesessene Pelzgeschäft, das portugiesische Café oder der deutsch-syrische Freundschaftsverein im ehemaligen China-Restaurant. Eben alles, was den Reiz eines echten Großstadt-Kiezes ausmacht.

Abgerocktes reiht sich an Feingemachtes, Handgemachtes oder Massenware. Viele sehen hier ihre Chance, andere suchen zuweilen handfeste Auseinandersetzungen. Die Hafenstraße ist multikulti in Reinkultur: Munteres Sprachwirrwarr, exotische Gerüche und neue Geschmackserlebnisse.

Die Hafenstraße führt mitten durch einen der ärmsten Stadtteile Deutschlands und bei aller Vielfalt gibt’s auch in der Hafenstraße gewerblichen Leerstand zu verzeichnen. Zugleich begeistert sie immer mehr Menschen, die in ihr und den umliegenden Leher Ortsteilen Goethestraße und Klushof großes Potenzial im Rahmen der Stadtentwicklung sehen. Die Hafenstraße ist bunt, laut, schläft nie und ist immer in Bewegung.